Glaubt Ihr an Geister?

Kennt Ihr das, dass Ihr am Morgen aufwacht und wieder ganz komisch geträumt habt? Ich kann das seeehr gut, in Farbe und gruselig real! Seit ein paar Tagen ist es wieder sehr doll geworden: eine Nacht betrügt mein Herzmann mich und wir durchleben einen richtigen Krimi. Ich klau seine(!) Autos (natürlich nur solche, die wir nie fahren würden, alleine weil sie wohl mehr als ein gemeinsames Jahresgehalt von uns kosten), fahre mit Vorliebe Dellen rein, scheuche ihn nackt vor die Tür oder vernichte all sein(!) Geld (was bei uns ja einfach so rumliegt). Oder ich crashe seine Schein-Hochzeit (zu lang, um die Vorgeschichte zu erzählen, Kurzform: er war irgendwer Adeliges und jemandem versprochen, aber mit mir zusammen und schwer verliebt). Oder ich habe Sex mit jemandem (oft gibt es im Traum am Anfang den Herzmann gar nicht, wobei dann am Ende er „derjenige welche“ ist), wahrscheinlich, weil unser letztes Mal schon sooo lange her ist, dass ich mich nicht mal daran erinnere (wir trauen uns irgendwie nicht) und meine Hormone echt Volldampf fahren gerade!

Aber diese Nacht war anders:

Ich habe gerade von meiner Oma geträumt. Sie ist die Mama meiner Mama und hat mich irgendwie mit groß gezogen, denn meine Mama war alleinerziehend. Dazu muss ich sagen, dass meine Oma sehr aggressiv ist (nie mir gegenüber, höchstens verbal) und ich, seit wir mit ihr in ein Haus gezogen waren (ich war 12 bis 21 Jahre alt), viele böse Ausraster meiner Mama gegenüber miterlebt haben. Die beiden wohnen noch immer zusammen (in zwei getrennten Wohnungen) und wenn ich da bin, sind wir meist alle bei Mama oben, ich habe irgendwann aufgehört, meine Oma alleine zu besuchen, da ich ihr das alles irgendwie nicht verzeihen kann, was nicht einfach ist, da sie dement ist und das alles entweder nicht mehr weiß oder es zumindest vorgibt. Egal, ich will ja eigentlich von meinem Traum erzählen.

Also: Ich habe bei uns zu Hause eine Massage von Bruce (kennt Ihr von Topmodels) bekommen, da er mich besucht und ich die Rückenschmerzen der übelsten Art hatte. Oma hatte sturmgeklingelt (im realen Leben habe ich ihr beigebracht, dass ich auch mal nicht aufmache, obwohl mein Auto vor der Tür steht, weil ich vielleicht schlafe und sie dann einfach wieder gehen und anrufen soll) und war total sauer weil sie Mama nicht finden konnte. Ich bin ihr dann hinterher zu ihr nach Hause (sie ist mit ihrem Rollator ganz schön geflitzt), wo ich erstmal die ganze Auffahrt hoch von Müll befreit habe (ich glaube, sie (bzw. ein andere „Version“ von ihr hatte einen gelben Sack in Stücke gerissen), während sie sich lautstark beschwert hat, dass die ganze Arbeit am und im Haus an ihr hängen bliebe (Anm.: meine Mama macht fast alles). Sie hat Türen geknallt und nachdem mein Onkel sie abgeholt hat, um sie auf andere Gedanken zu bringen, wollte ich noch alle Türen schließen und habe dabei gesehen, dass in fast jedem Zimmer und auch im Keller Licht brannte. Ich habe also in jedem Zimmer nach dem Rechten geschaut und irgendwann gemerkt, dass ich nicht alleine war.

Kurze Erklärung: im Traum war es so, dass, wenn Oma wieder Ihre „Laune“ hatte und man dann die Tür öffnete, die Zeit kurz stehen blieb und die Oma, wo Oma gerade gedanklich (und zeitlich) war, ebenfalls in das Haus kam, war dann aber verwirrt, weil sie ja eigentlich nicht im Jetzt, sondern im Früher sein müsste. Dadurch sind sie von Zimmer zu Zimmer und haben natürlich das Licht angemacht.

Zweite Erklärung: meine Oma wurde im Alter von 13 Jahren von den Russen (danach von den Polen?) 6 Jahre lang in Gefangenschaft gehalten, und ich weiß zwar nicht, was genau ihr alles angetan wurde, aber das hat wohl das aus ihr gemacht, was bzw. wie sie seit dem ist…

Zurück zum Traum: Nachdem also Oma von meinem Onkel abgeholt wurde, habe ich eine junge „Versuon“ von Oma (vielleicht 20 – 25 Jahre alt) in der Wohnung orientierungslos im Nachthemd im Bad gefunden. Ich habe ihr die Küche gezeigt und einen Tee gekocht. Als wir ihn zusammen getrunken haben, habe ich ihr einfach nur zugehört und gehofft, dass Mama bald nach Hause kommt. Es war sehr unheimlich!

Als ich aufgewacht bin (wir sind ja gerade in Dänemark bei Freunden, schlafen in der Gästehütte im Garten und müssen durch diesen laufen, wenn wir mal „wohin“ müssen), habe ich bestimmt noch eine halbe Stunde wachgelegen, bis ich mich rausgetraut habe. Danach musste ich Mama erstmal eine SMS schreiben und sie bitten, mir morgen früh zu schreiben, wie es Oma geht.

Ich glaube nämlich an Geister und daran, das Träume und Gefühle / Ahnungen eine tiefere Bedeutung haben (können). Als ich zum Beispiel für ein paar Monate in Neuseeland gelebt habe, habe ich auf einmal ganz fest an meine andere Oma denken müssen. So fest, dass ich ein Internet-Café gesucht habe und meiner Tante das erste Mal im Leben eine Mail geschrieben habe. Ich habe geschrieben, dass ich gerade ganz doll an Oma denken muss (sie hatte zu dem Zeitpunkt schön über 10 Jahre lang Alzheimer und Parkinson) und sie sie bitte fest von mir drücken soll. Der Augenblick, in dem ich die Mail losgeschickt habe, war ihr Todeszeitpunkt…

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Kategorie Tagebuch

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