Mit dem Popo auf der Couch schafft man ganz schön viel!

Anfang der Woche fing es an, dass ich auf der Arbeit kaum noch sitzen konnte. Meine Kollegin hat mir einen Pulli von sich gegeben, damit ich mir eine Sitzerhöhung bauen konnte, denn die Sitzfläche hatte ich schon so schräg wie möglich eingestellt. Die einzige andere Möglichkeit wäre gewesen, mich ganz nach vorne an die Kante des Stuhls zu setzen, aber da hatte ich das Gefühl, gleich einfach abzurutschen 🙁 Nachdem ich dann auch leichte Schmierblutungen bekommen habe (die sich als harmlos bzw. etwas anderes herausgestellt hatten), wollte mich meine Gyn einmal an den Wehenschreiber hängen (keine Wehentätigkeiten) und hat mich anschließend aus dem Verkehr gezogen. Ich habe nun also ein komplettes Beschäftigungsverbot und obwohl ich mich sehr darüber freue, denn ich habe schließlich noch sooo viele Sachen im Kopf / auf dem Zettel, die ich vor der Geburt erledigen möchte, bin ich auf der anderen Seite auch unendlich traurig. Da mein Vertrag nicht verlängert wird, ist mein nächster Besuch, an dem ich mein Büro räume, wohl auch mein letzter. Die Kollegen waren klasse und wir waren eine super Gruppe! Allerdings gab es außerhelb des Büros keinen Kontakt, so dass ich viele vermutlich auch nicht wiedersehen werde (es sind viele Pendler dabei). Alles hat eben zwei Seiten, doch wenn ich ehrlich bin, überwiegt die Freude eindeutig! Denn ganz egal, welchen Preis ich zahlen muss, er ist nichts im Vergleich zu dem, was uns erwarten wird! Einen Job werde ich immer wieder bekommen, den Kopf muss ich mir heute auf jeden Fall noch nicht machen 🙂

Heute war also mein erster Tag, an dem ich nicht mehr arbeiten musste 🙂 Wer denkt, ich hätte ihn daher den ganzen Tag verschlafen, liegt falsch… Ich bin heute morgen mit Herrn Nilsson zusammen aufgestanden (ich möchte es lieber schaffen, früh ins Bett zu kommen, statt auszuschlafen), habe ganz in Ruhe gefrühstückt und wollte kurz ein paar Anrufe erledigen, bevor ich bloggen wollte.

Die paar Anrufe zogen sich ganz schön hin und ich habe wahnsinnig viele Informationen sammeln können:

  • Die Krankenkasse genehmigt mir ab sofort eine Haushaltshilfe für vorerst 6 Stunden die Woche. Also habe ich mich um jemanden gekümmert, der es machen wird, habe die Anträge der Krankenkasse ausgefüllt (dazu musste ich auch wieder Rücksprache halten) und bringe gleich alles zu Post.
  • Dann habe ich mich über Tagesmuttis und Kitas bei uns in der Nähe informiert und bin nun komplett im Bilde. Es gibt zwei Kitas hier in der Nähe, für die ich einen gemeinsamen Antrag bei der Gemeinde stellen kann. Man bekommt dann einen Platz zugewiesen, kann aber Wünsche angeben. Nachteil: Die Mäuse müssten täglich mindestens 4 Stunden hin, dafür wäre ein Start jederzeit ab einem Alter von einem Jahr möglich (also auch unterjährig). Da ich den Antrag im Januar ausfüllen muss und mit Sicherheit dann mit den beiden Krümeln keine Ruhe haben werde, um mir die Kitas im Vorfeld anzuschauen, habe ich mit beiden Kitas Besichtigungstermine ausgemacht und darf sie mir schon jetzt anschauen 🙂
  • Alternativ gäbe es auch die Möglichkeit, die Krümel zu einer Tagesmutti zu geben, was zeiztlich flexibel gestaltbar wäre. Grundsätzlich möchte ich, dass die beiden mit einem Jahr auch fremdbetreut werden, mir wären jedoch auch 3 Vormittage á 3 Stunden Recht, dann könnten die Omas die beiden an zwei Tagen der Woche abholen und ich hätte die Möglichkeit, langsam wieder in den Beruf einzusteigen. (Dass das alles auch ganz anders kommen kann und eigentlich wenig planbar ist, ist mir bewusst, aber im Moment sind wir noch bei „Wünsch Dir was“ 🙂 Hier soll ich mich im März an die Gemeinde wenden, die dann langsam anfangen wird, eine geeignete Tagesmutti ab Februar 2017 für uns zu finden, deren Anforderungen wir erfüllen (gerade im Hinblick auf die Stunden), die aber auch unseren Anforderungen gerecht wird…
  • Was das Elterngeld angeht bin ich nun auch (voll) informiert: Den Antrag für mich und meinen Schatz bekomme ich die Tage einmal zugeschickt. Wir sollen ihn uns anschauen und alle Fragen stellen, damit wir später keine Verzögerungen haben (denn abgeben könnne wir ihn erst nach Geburt der Krümel). Ich werde 12 Monate Elternzeit beantragen und Herr Nilsson 2 x einen Monat. Bisher dachte ich immer, dass man das nach Kalendermonaten beantragt, weiß nun aber, dass es immer die Lebensmonate des Kindes bzw. der Kinder sind. Würden Sie also beispielsweise am 05.01.2016 geboren werden, so kann er immer nur das Geld für den Zeitraum vom 05. eines Monats bis zum 04. des Folgemonats (oder eben entsprechend länger) beantragen. Da man das im Vorfeld ja nicht wissen kann, muss er also im Dezember den Antrag auf Elternzeit bei seinem Arbeitgeber stellen mit dem vorauissichtlichen Entbindungstermin und dem Hinweis, dass er den genauen Zeitraum erst amTag der Geburt bekannt geben wird… Da er dann den zweiten (und 14.) Lebensmonat nehmen würde (sofern sie nicht früher als Mitte Dezember geboren werden würden), gäbe es zum Glück etwas Vorlaufzeit. Sollten Sie jedoch noch früher geboren werden (was ich nicht hoffe), so wäre es der dritte Monat und der 15. Monat, an dem er die Elternzeit nehmen könnte, was wieder nicht geht, da dieses maximal bis zum 14. Lebensmonat machbar ist. Alles also ein wenig kompliziert… Was ich außerdem in Erfahrung bringen konnte, ist, dass ich meine Gehaltsabrechnungen ab Dezember 2014 bis zur Geburt einreichen muss, Herr Nilsson dafür genau die 12 Monate vor dem Geburtsmonat, was ja auch schon November oder schlimmstenfalls Oktober sein könnte. (Wie funktionert das eigentlch alles, wenn die Krümel an zwei unterschiedlichen Tagen geboren werden? Ist selten, kann aber vorkommen!)
  • Das Kindergeld beantragt man wiederum bei der Familienkasse. Die nette Dame, die mir den Elterngeld-Antrag zusenden wird, legt mir diesen auch einfach ausgedruckt mit bei. Denn den kann man schon im Vorfeld ausfüllen und muss dann nachher nur noch die Geburtsurkunden nachreichen.

Das war erstmal das Wichtigste. Ich düse jetzt zur Post und zu Baby Walz, etwas umtauschen (habe eine falsche Lieferung bekommen) und danach lege ich mich wieder brav auf die Couch! Nachdem ich die Katzenklos sauber gemacht und mir Kürbissuppe aufgetaut habe 🙂

7 Kommentare

  1. Das ist ja alles doch recht kompliziert. o.O Krass.

    Ich finde es gut, dass du nun ein komplettes BV hast. Sehr schön! Ich hoffe, du kannst es genießen. Denn das hast du verdient.

    Ich herze dich, Süße <3

    • Da sagst Du was! Ich weiß gar nicht, wann sich Vollberufstätige darum kümmern? Die Ämter haben ja auch immer nur sehr beschränkte Öffnungszeiten… Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass ich heute ein ganzes Stück weitergekommen bin! Und das habe ich alleine meiner freien Zeit zu verdanken 😉 Ich herze Dich auch <3

  2. Hallo

    Bohr das du da Durchblickst beim elterngeld. Ich Blicke da immer noch nicht durch, ich will 2 jahre zu hause bleiben und dachte mir im zweiten Jahr Mini Job anzunehmen neben den Eltern Geld plus. Aber ich höre von vielen das, dass Geld angerechnet wird! Was ich wiederum nicht versteh. Ich dachte man darf beim Eltern Geld plus soviel verdienen wie man vorher als elterngeld im ersten Jahr hatte aber nicht drüber hinaus.

    Also liegen sie Anträge und Broschüre von der elterngeld kasse hier und man verzweifelt. Weil die elterngeld kasse hier mir auch nicht helfen will, haben wohl angst man Nagelt den Sachbearbeiter nachher fest auf das was er gesagt hat.

    Lg

    • Ein Nebenverdienst wird immer angerechnet, da nur die Differenz anteilig ausgeglichen wird. Da ich nach einem Jahr auch wieder etwas arbeiten möchte, werde ich mir das Geld die erste 12 Monate in voller Höhe auszahlen lassen und das was geht zur Seite legen für das zweite Jahr. Ich glaube, dass sich das Elterngeld Plus nur lohnt, wenn Du auch schon im ersten Jahr arbeiten mlchtest. Ich würde an Deiner Stelle bei der zuständigen Stelle um einen Termin bitten und es Dir ausrechnen lassen. Und wenn der Sachbearbeiter Dir nicht helfen will, bitte ihn, jemanden zu holen, der es kann 😉

  3. Roxana Tietz

    Wow bald ist es ja schon soweit 🙂
    Was das Elterngeld betrifft sind es aber nur 10 Monate wenn du davor Mutterschaftsgeld bekommst.
    Lg und alles Gute weiterhin <3

      • Jetzt wo du davon schreibst, erinnere ich mich. Wir wohnen ja in der Pampa, haben in der Gemeinde aber ein Familienbüro, die geben die Anträge raus und helfen auch beim ausfüllen. Ich habe aber auch diverse Male bei der Elterngeldstelle angerufen. Ja das mit den Lebensmonaten ist komisch, das kann man nicht planen und bei euch noch weniger

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