Ausgenockt – von jetzt auf gleich

Einen Monat ist es her, dass ich geschrieben habe, dass mein Geb√§rmutterhals eine „ganz normale“ L√§nge hat. Dass es anfing, dass mein Bauch oft hart wurde (√ľber Stunden) und ich versucht habe, meine aktiven Phasen durch viel Ruhe auszugleichen.

Eine Woche ist es her, dass ich mein Dritttrimesterscreening hatte (die Kr√ľmel sind quietschfedel und mit knapp 40 cm und ca. 1400 g vollkommen normal entwickelt f√ľr die 29. Woche) und festgestellt wurde, dass sich mein Geb√§rmutterhals auf 2,5 cm plus Trichter verk√ľrzt hat. Meine Gyn sagte daraufhin, dass ich mich mehr schonen m√ľsse, als ich jedoch darauf hinwies, dass ich die vergangenen zwei Wochen maximal 2-3 Stunden am Tag unterwegs war und den Rest der Zeit zu Hause war und es vermieden habe, schwer zu heben, mich zu strecken oder mich zu oft zu b√ľcken, fand sie es doch ratsamer, mich zur Sicherheit an’s Krankenhaus zu √ľberweisen, damit die mich einmal f√ľr eine Nacht durchchecken und mir ggf. die Lungenreifung geben k√∂nnen.

Im Krankenhaus angekommen, hatte sich der GMH nocheinmal verk√ľrzt und betrug nur noch 1,5 cm (plus 1 cm Trichter). Zum Gl√ľck hatte ein paar Klamotten mehr eingepackt, denn die Hoffnung, dass ich am kommenden Tag wieder nach Hause k√§me, wurde mir schnell genommen. Ich solle mich eher auf mindestens eine ganze Woche einrichten. Zuerst hie√ü es auch, die Lungenreifung k√∂nnen noch etwas warten, denn man w√ľrde sie nur in akuten F√§llen geben, als dann jedoch die Ober√§rztin dazu geholt wurde, veranlasste sie diese bereits f√ľr diesen Abend. Also war es wohl doch ernster als man uns sagte…

Insgesamt verbrachte ich 6 Tage dort, bekam jeden Tag 1-2 CTGs (bis auf sog. Alvarez-Wellen war alles unauff√§llig, wie gesagt auch die Lungenreifung (Aaaaaauuuaaa!!) und noch zwei weitere Male einen Ultraschall und zum Gl√ľck blieb die L√§nge des GMH konstant, so dass ich Anfang dieser Woche wieder zum Gl√ľck wieder nach Hause durfte.

Zu Hause h√ľte ich brav die Couch und stehe eigentlich nur kurz auf, um mir etwas zu essen zu holen. Ich verlasse zwar auch mal das Haus, um zur Bank, zu meiner Gyn oder zur Apotheke zu fahren, aber alles in Ma√üen und ohne Belastung.

Das Verr√ľckte daran? Vor dem Krankenhausaufenthalt konnte ich noch verh√§ltnism√§√üig viel machen und habe mich geschont, weil ich wusste, ich muss es. Doch seitdem ich wieder zu Hause bin, f√ľhle ich mich wie ausgenockt! Ich dusche vorsichtshalber direkt morgens, wenn Herr Nilsson noch zu Hause ist. Manchmal dusche ich im Sitzen, so dass er mich danach hochziehen muss (einen Duschstuhl habe ich gestern bestellt). Die Treppen komme ich zwar gut runter, beim Hochlaufen merke ich, wie es mir von Mal zu Mal schwerer f√§llt. Der Bauch ist morgens sehr hart, so dass aufrechtes Gehen oder gerades Liegen sehr unangenehm ist. Ich f√ľhle mich wie eine Hundertj√§hrige, die Hummeln im Hintern hat, aber sich eingesteht, dass gerade dieser viel besser auf der Couch aufgehoben ist. Und nachts sind die W√ľhlm√§use so aktiv (mittlerweile beide), dass ich davon wach werde und auch mal √ľber Stunden nicht wieder einschlafen kann.

Kennt Ihr Elektrotherapie? Wenn an einen Muskel an beiden Enden Elektroden angebracht werden, um ihn dazuzubringen, sich zusammenzuziehen? Genauso ein Gef√ľhl ist es im Bauch, nur eben √ľber Stunden und √ľberall gleichzeitig! Manchmal st√∂hne ich sogar richtig auf und der Bauch wackelt und beult sich, als w√ľrde darin gerade etwas explodieren.

Heute bin ich bei 29+4, und laut der √Ąrzte, w√§re es perfekt, wenn ich bis 34+0, mindestens aber bis 32+0 durchhalte. Ich werde es schaffen, das wei√ü ich! Urvertrauen nennt man es wohl, oder? Und selbst, wenn unsere beiden Kr√ľmel morgen der Meinung sind, dass es Zeit ist, dass wir uns endlich kennenlernen m√ľssen, so wei√ü ich, dass es Ihnen gut gehen wird! Sie sind so stark, das zeigen sie mir jeden Tag und haben schon so viel √ľberstanden!

Ihr beiden s√ľ√üen Kr√ľmel: Es gibt hier unz√§hlige Leute, die sich nichts sehnlicher w√ľnschen, als Euch kennenzulernnen, allen voran Euer Pabbi und ich! Alles ist vorbereitet und bereit f√ľr Euch! Aber wisst Ihr was Vorfreude ist? Das ist die Zeit genau DAVOR, bevor man das bekommt, was man sich so sehnlichst w√ľnscht! Einfach weil noch nicht der perfekte Zeitpunkt da ist. In diesem Fall, weil Ihr noch soviel zu lernen habt, was in meinem Bauch einfach viel besser funktioniert als au√üerhalb. Einfach, weil ich Euch im Moment noch vor allen anderen Reizen und √§u√üeren Eindr√ľcken sch√ľtzen kann, so dass Ihr Euch noch ganz auf Euch konzentrieren k√∂nnt. Und Vorfreude ist bekanntlicher Weise die sch√∂nste Freude <3

 

13 Kommentare

  1. Sing deinen M√§usen mal was vor… Mein Mops wird immer recht ruhig wenn er mich h√∂rt ūüėČ
    So im KH stell ich es mir lustig vor…

    Ich w√ľnsch dir alles Gute!

  2. Alles gute f√ľr Dich und tapfer bleiben, ich dr√ľcke Euch die Daumen, dass die M√§use es sich noch eine Weile gem√ľtlich machen k√∂nnen

  3. Ich w√ľnsche dir ganz viel Kraft und Durchhalteverm√∂gen, es wird alles gut werden!
    Die Zwillingsmama

  4. Guten Morgäääähn!
    Ich denke so oft an Euch… Wie geht es Dir? Ich hoffe, es ist allessoweit ok und die Zwerge haben sich noch Zeit gelassen… Dr√ľck Dich!
    Tonki

    • Du Liebe, endlich komme ich dazu, Dir zu antworten. Den M√§usen geht es super, mir den Umst√§nden entsprechend. Ich habe fest vor, die beiden erst 2016 zu entlassen und hoffe, dass die Zeit einfach wie im Flug vergeht. Ich dr√ľck Dich auch!

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