Unsere neuen Lerntürme…

Was für andere das Stricken, Häkeln oder Nähen ist, ist für mich das Handwerkern. Ich habe es ehrlich versucht, jedoch liegt das Bisschen der Decke, die ich zu Beginn der Schwangerschaft (ich glaube, es war sogar die vor der Krümel) angefangen habe, zu häkeln, noch immer in seiner Box und wird wohl nie fertiggestellt werden. Ich habe dazu irgendwie weder noch die Geduld, noch die Fähigkeiten (zumindest was das Nähen betrifft). Ganz anders sieht es beim Handwerkern aus! Ich liebe es, in Baumärkten zu bummeln, ich liebe den Duft von frisch geschnittenem Holz und im Gegensatz zu Herrn Nilsson ist mein Werkzeugkoffer komplett ausgestattet mit verschiedenen Dübeln, Schrauben, Bohrern, Bits und anderem Kram, den man immer mal wieder braucht! Sogar eine Schlagbohrmaschine habe ich mir mal zugelegt und einen Akkubohrer.

Nun war der letzte Monat (eigentlich ist er es noch immer) seeehr anstrengend, denn die Krabbe ist gerade nur glücklich, wenn sie weit oben (sprich: auf meinem Arm) ist und alles genau beobachten kann! Der Versuch, sie einfach in einen Kinderstuhl zu setzen, scheiterte, da sie dann anfängt, zu schreien und ihren Kopf gegen die Rückenlehne zu knallen, so dass es weh tut. Also lass ich sie meist eine Zeit lang zwischen meinen Beinen auf dem Boden rummeckern und nehme sie eben (sobald sich die Tonlage ändert) in den Ring-Sling, wenn ich mal etwas im Haushalt erledigen muss.

Lange Rede, kurzer Sinn: Hier kam mir die Idee, mir einen sogenannten Lernturm zu bauen. Im Internet wurde ich schnell fündig und entschied mich für die Version, die aus einem Tritt sowie einem Hocker von Ikea bestanden! Da ich Holz gerne zumindest öle, um es widerstandfähiger zu machen, manchmal aber auch gerne lackiere oder lasiere, habe ich mich dazu entschieden, je einen Turm in lila und einen in grün zu bauen. Viele von Euch fragten mich seit dem Bild auf Instagram, ob ich nicht auch eine Beschreibung schreiben könnte… also: los gehts 🙂

 

Ihr braucht für einen (lasierten) Learning-Tower folgendes:

– Hocker Oddvar (Ikea)
– Tritthocker Bekväm (Ikea)
– Holzlasur für den Innenbereich (ich habe mich dazu im Baumarkt beraten lassen)
– Überlack (ich habe mich für einen matten Lack entschieden)
– alternativ zu den beiden Lacken: Öl Skydd (Ikea)
– Schleifpapier (240er)
– je einen Pinsel für Lack und Lasur (ja, das gibt es einen Unterschied)
– Rührstäbchen
– 4 Holzschrauben mit mindestens 5 cm Länge
– 4 oder mehr Holzschrauben mit idealerweise 3 cm Länge
– Holzbohrer (Größe 10 zum Bohren, Größe 8 zum Fixieren, evtl. Größe 4, falls kein Akkuschrauber vorhanden)
– Akkuschrauber mit passenden Bits (alternativ Imbusschlüssel und Schraubendreher)

 

Anleitung:

1. Zusätzliche Löcher bohren (optional): Bei den meisten Lerntürmen bleibt am Ende eine kleine Holzlatte übrig, ich habe mich jedoch dazu entschieden, sie als zusätzliche Sicherheit bei dem oberen Teil des Turmes (Hocker Oddvar) mit zu verbauen. Beim ersten Turm habe ich die notwendigen Löcher dafür erst am Ende gebohrt, was leider dazu führte, das mit dem bisschen Holz, was absplitterte, auch die Farbe wegwar. Beim zweiten Turm habe ich also genau damit angefangen: Um den gleichen Abstand wie die bereits festen Latten zu erhalten, legt man am besten die zwei Seitenteile und legt sie versetzt aufeinander. Damit nichts verrutscht, habe ich die Teile fixiert, indem ich einen Bohrer durch die Löcher gesteckt habe:

2. Anschleifen: Damit die Farbe besser haftet, sollte man alle Holzteile (und jede Farbschicht) kurz mit grobem Schleifpapier (z. B. 240er) anschleifen. Beim ersten Hocker habe ich dieses auch noch gemacht, bei zweiten war ich ehrlich gesagt zu ungeduldig, ich werde sehen, ob es sich rächt…

3. Lasieren: Ich habe alle Teile aus unserem Esstisch ausgebreitet und insgesamt dreimal dünn lasiert. (Manche mögen es sicherlich auch schon nach einer Schicht, mir gefiel es jedoch noch nicht.)

 

4. Lackieren: Da der Hocker hauptsächlich in der Küche genutzt werden wird, ist es ratsam, ihn gegen Wasser und Flecken wir Tomatensoße oder saftigen Beeren zu schützen. Wer den Hocker natürlich lassen möchte, kann ihn zum Beispiel gut einölen (ich würde dazu das Skydd-Öl von Ikea nehmen, was normalerweise zur Pflege von Holzschneidebrettern ist), wer ihn jedoch lakiert oder lasiert, sollte am Ende eine (oder zwei) Schicht(en) Klarlack drübergeben. Hier hat man die Wahl zwischen Mattem und glänzenden Lack.

5. Zusammenbauen: Den Tritthocker Beckväm baut man genauso auf, wie in der Anleitung beschrieben. Bei dem Hocker Oddvar, der den oberen Teil des Lernturmes bildet, gibt eine kleine Änderungen. An einer Seite lässt man die untere kleine Latte weg. Ich habe sie wie gesagt an der gegenüberliegenden Seite als dritte Latte eingefügt. Kann man machen, muss man aber nicht.

Die Sitzfläche des Hockers wird nun nicht, wie in der Aufbauanleitung zu sehen, obendrauf angebracht, sondern unter die Füße geschraubt. Hierzu einfach möglichst lange Schrauben nehmen. Wer statt eines Akkuschraubers nur einen Schraubendreher hat, bohrt am besten ein kleines Loch in der Länge der Schrauben vor.

Zum Schluss stellt man die beiden Hocker so aufeinander, dass sie vorne bündig abschließen und schraubt sie zusammen. Bei Schrauben mit 3,5 cm Länge muss man von oben bohren, da die Spitze minimal rausschaut auf der anderen Seite, bei 3 cm langen Schrauben kann man auch von unten bohren (hier würde ich lieber mehrere als weniger verwenden).


(besseres Bild folgt)

Viel Spaß beim Nachbauen 🙂

 

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